Der strahlende Sonnenschein und über 50 Interessierte im idyllischen Zwingergarten passten so gar nicht zu dem, was Pfarrer und Betriebsseelsorger Paul Schobel und Salvatore Bertolino, Vorstand von Verdi Zollernalb, im Gespräch mit Dekanatsreferent Achim Wicker zu sagen hatten. Als Symbol hatte Paul Schobel eine Kette mitgebracht, weil es darum gehe die Ketten vieler unterbezahlter Arbeiter:innen zu sprengen. Salvatore Bertolino hatte Brot und Rosen dabei, in Anlehnung an das bekannte Arbeiterlied. Unter diesem Slogan kämpften 1911 Frauen nicht nur für gerechten Lohn (Brot), für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen (Rosen). Im Gespräch drehte sich vieles um die Themen „Armut“ und „S ziale Gerechtigkeit““. Wie kann es sein, dass die 10% reichsten Deutschen fast 60% des Gesamtvermögens besitzen? Armut, so Paul Schobel werde in deutschen Städten, immer mehr offen sichtbar und Salvatore Bertolino berichtete, welche Sorgen ihm die Arbeiter:innen berichten: Was kostet die Butter? Wie lange kann ich mir die Miete noch leisten?

Beide forderten die Politik auf, bei Vergaben von Aufträgen durch die öffentliche Hand umzudenken: statt billig und günstig, müsse es fair und sozial sein. Auch die Kirchen müssten sich mehr auf die Seite der Armen und Benachteiligten stellen. Mit den Gästen entstand ein reger Austausch, immer wieder gab es spontanen Beifall. Am Ende verrieten beide dann auch noch ihren Lieblingsplatz. Für Paul Schobel war es die Balinger Innenstadt bei der Demonstration zum Tag der Arbeit am 1. Mai, für Salvatore Bertolino die Wiesen und Wälder um Unterdigisheim, denen der jeweils ein Gedicht widmete.

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